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BASTA 2016
Begriff Objekt-Relationales Mapping
Abkürzung ORM
Eintrag zuletzt aktualisiert am 05.08.2010

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Was ist Objekt-Relationales Mapping?

In der Datenbankwelt sind relationale Datenbanken vorherschend, in der Programmierwelt sind es Objekte. Objekt-Relationales Mapping (ORM) ist die Abbildung von Objekten im Hauptspeicher auf Datensätze in relationalen Datenbanktabellen zum Zwecke der Objektpersistenz.
Kern des objektorientierten Programmierens (OOP) ist die Arbeit mit Objekten als Instanzen von Klassen im Hauptspeicher. Die meisten Anwendungen haben dabei auch die Anforderung, in Objekten gespeicherte Daten dauerhaft zu speichern, insbesondere in Datenbanken. Grundsätzlich existieren objektorientierte Datenbanken (OODB), die direkt in der Lage sind, Objekte zu speichern. Aber objektorientierte Datenbanken haben bisher nur eine sehr geringe Verbreitung. Der vorherrschende Typus von Datenbanken sind relationale Datenbanken, die jedoch Datenstrukturen anders abbilden als Objektmodelle.
Zwei besonders hervorstechende Unterschiede zwischen Objektmodell und Relationenmodell sind N:M-Beziehungen und Vererbung. Während man in einem Objektmodell eine N:M-Beziehung zwischen Objekten durch eine wechselseitige Objektmenge abbilden kann, benötigt man in der relationalen Datenbank eine Zwischentabelle. Vererbung kennen relationale Datenbanken gar nicht. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Nachbildung, doch dazu später mehr. Die unterschiedliche Art der Datenspeicherung zwischen Objektmodell und relationalem Modell werden in der Fachwelt als "Impedance Mismatch" oder "Semantic Gap" bezeichnet.
Wenn ein .NET-Entwickler aus einer Datenbank mit einem DataReader oder DataSet Daten einliest, dann betreibt er noch kein ORM. DataReader und DataSet sind zwar .NET-Objekte, aber diese verwalten nur Tabellenstrukturen. DataReader und DataSet sind aus der Sicht eines Objektmodells untypisierte, unspezifische Container. Erst wenn ein Entwickler spezifische Klassen für die in den Tabellen gespeicherten Strukturen definiert und die Inhalte aus DataSet oder DataReader in diese spezifischen Datenstrukturen umkopiert, betreibt er ORM.
Dies ist für den Lesezugriff (gerade bei sehr breiten Tabellen) eine sehr aufwändige, mühselige und eintönige Programmierarbeit. Will man dann auch noch Änderungen in den Objekten wieder speichern, wird die Arbeit allerdings zur intellektuellen Herausforderung, denn man muss erkennen können, welche Objekte verändert wurden, da man sonst ständig alle Daten wieder speichert, was in Mehrbenutzerumgebungen ein Unding ist.
Während in der Java-Welt das Objekt-Relationale Mapping (ORM) schon sehr lange zu den etablierten Techniken gehört, hat Microsoft diesen Trend lange verschlafen bzw. es nicht vermocht, ein geeignetes Produkt zur Marktreife zu führen. ADO.NET in .NET 1.0 bis 3.5 enthält keinen ORM, sondern beschränkt sich auf den direkten Datenzugriff und die Abbildung zwischen XML-Dokumenten und dem relationalen Modell.
Viele .NET-Entwickler haben sich in den letzten Jahren daran gesetzt, diese Arbeit zu vereinfachen mit Hilfsbibliotheken und Werkzeugen. Dies war die Geburtsstunde vieler ORM-Werkzeuge, die in der Entwicklerumgangssprache in der Regel einfach als "OR-Mapper" bezeichnet werden. Dabei scheint es so, dass in dem geflügelten Wort, dass ein Mann in seinem Leben einen Baum gepflanzt, ein Kind gezeugt und ein Haus gebaut haben sollte, viele .NET-Entwickler eine der drei Punkte gegen "einen OR-Mapper geschrieben" austauschen wollten. Anders ist die Vielfalt der ähnlichen Lösungen kaum erklärbar. Neben den öffentlich bekannten ORM-Werkzeugen für .NET findet man in den Softwareschmieden zahlreiche hauseigene Lösungen.
Neben den aktiven Entwicklern von ORM-Werkzeugen für .NET und den passiven Nutzern gibt eine noch größere Fraktion von Entwicklern, die ORM bisher nicht einsetzen. Meist herrscht Unwissenheit, die auch nicht aufgearbeitet wird, denn es herrscht das Motto "Wenn Microsoft es nicht macht, ist es auch nicht wichtig!".
Mehr als 20 Werkzeuge aus dem kommerziellen und nicht-kommerziellen Umfeld teilen sich bisher den Markt. Die große Vielfalt an Produkten führte bisher dazu, dass keiner der Drittanbieter eine überragende Marktposition einnehmen konnte.
Mit LINQ-to-SQL und dem ADO.NET Entity Framework bietet Microsoft selbst aber inzwischen sogar zwei verschiedene Produkte an. Microsoft hat aber inzwischen verkündet, dass die Weiterentwicklungsbemühungen sich allein auf das ADO.NET Entity Framework konzentieren. LINQ-to-SQL unterliegt vielen Einschränkungen, insbesondere ist damit nur der Zugang zu Microsoft SQL Server möglich.

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